Modul: Gesundheit des Bewegungsapparats in der Schweizer Bevölkerung

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Projekte:

Knochenqualitätsmessung bei Kindern und jungen Erwachsenen in der Schweiz (SNYBS), Pilotprojekt
Osteoporose wurde als eines der Hauptprobleme im Gesundheitswesen identifiziert und wird in den kommenden Jahrzehnten durch die steigende Lebenserwartung noch zunehmen. Die häufigste Komplikation bei der Osteoporose ist die Knochenfraktur, besonders des Schenkelhalses und der Wirbelsäule. Sie verursacht Schmerzen, Behinderung und den Tod. Knochenmasse wird in der Kindheit bis über die Pubertät hinaus gebildet, erreicht ein Plateau im frühen Erwachsenenalter und nimmt danach ab. Menschen, die in ihrer Kindheit oder Jugend ihre maximale Knochenmasse nicht erreicht haben, neigen eher zu Osteoporose und Knochenbrüchen. Viele Forscher und Mediziner sind deshalb überzeugt, dass Osteoporose eine Jugenderkrankung ist, die sich im Alter manifestiert. Es ist hinreichend bekannt, dass körperliches Training und ausgewogene Ernährung wichtig sind zur Bildung von Knochenmasse im Kindes- und Jugendalter und dass dadurch die Entwicklung von Osteoporose im Alter verhindert werden kann. Unklar ist jedoch, mit welcher Methode die Wirkung eines veränderten Lebensstils auf die Bildung der maximalen Knochen–Masse und –Qualität um das zwanzigste Lebensjahr am besten gemessen werden kann. Die bei Erwachsenen üblicherweise angewandte Technik zur Messung der Knochenstärke (DXA) ist für Kinder und Jugendliche in der Pubertät nicht geeignet.

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Schweizer Atlas der Erkrankungen des Bewegungsapparates
Die Häufigkeit von orthopädischen Operationen kann zwischen verschiedenen geographischen Regionen sehr stark schwanken. Selbst wenn Regionen aneinandergrenzen, kann die eine Region eine hohe und die andere Region eine niedrige Operationsrate aufweisen. Der Unterschied bleibt selbst dann bestehen, wenn man Ungleichheiten in der Alters- und Geschlechtsstruktur der Bevölkerung zwischen den Regionen berücksichtigt. Gründe für diese Schwankungen sind zum einen Unsicherheiten bei der Diagnosestellung, zum anderen unterschiedliche Meinungen der Ärzte hinsichtlich der bestmöglichen Behandlung. Dies hat weit reichende Folgen für die Planung der Mittel, die dem Gesundheitswesen zur Verfügung gestellt werden sollen. Die zusätzliche Bereitstellung von Mitteln in Regionen mit hohem Verbrauch kann zu einer weiteren Erhöhung der Zahl der Operationen (Kosten) führen im Sinne einer sich selbst antreibenden Spirale. Ärzte, Forscher, Spitäler und Gesundheitsplaner sind daher auf verlässliche Daten angewiesen, damit sie das Problem der kleinräumigen Schwankungen in die Planung einbeziehen können.

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Modul: Äussere Determinanten der Krankheiten und der Gesundheit des Bewegungsapparats

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Projekte:

Bioenergetik von menschlichen Osteoblasten in vitro: Wirkung von Kreatin und Vitamin D3
Kreatin als Nahrungsmittelzusatz erlangt eine zunehmende Bedeutung als wichtige Zusatztherapie für Patienten, die unter verschiedenen Muskelkrankheiten, sowie andern neuro-muskulären und neuro-degenerativen Erkrankungen leiden. Als Nahrungsmittelzusatz hat dieses billige und körpereigene Produkt einen grossen sozio-ökonomischen Einfluss auf die muskulo-skelettale Gesundheit der Bevölkerung und einer Vielzahl von Patienten, z.B. zur Erhaltung der Muskelmasse und für die Rehabilitation. Die Forschungsgruppe dieses Projektes konnte zeigen, dass Kreatin eine stimulierende Wirkung auf das Wachstum und die Kalziumeinlagerung von isolierten knochenbildenden Zellen (Osteoblasten) in Zellkultur hat. Das könnte wiederum darauf hindeuten, dass diese sichere und kostengünstige Zusatzbehandlung eine Strategie zur Vorbeugung und Behandlung von Osteoporose darstellen könnte.

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Rückenschmerzen in der Schweizer Bevölkerung
Durch Rückenschmerzen werden sehr viele Behandlungen und Arbeitsausfälle ausgelöst, was unser Gesundheitswesen und die Arbeitswelt teuer zu stehen kommt. Um prüfen zu können, wie erfolgreich eine Behandlung ist, muss diese mit dem natürlichen Verlauf von Rückenschmerzen verglichen werden. Diese Information alleine reicht heute aber nicht mehr aus: Im Zuge der stetig stiegenden Krankenkassenprämien ist es notwendig zu wissen, in welchem Verhältnis die Kosten der Behandlung zum Resultat der Behandlung stehen. Um die Kostenseite fundiert prüfen zu können, brauchen wir auch Angaben über die Kosten, die der natürliche Verlauf von Rückenschmerzen verursacht. Basierend auf diesen Angaben lassen sich Aussagen darüber machen, ob eine Bahandlung dem natürlichen Verlauf wirklich überlegen ist oder nicht. Trotz einer ausgedehnten Literatur finden sich in der bisherigen Rückenschmerzenforschung kaum Daten, die den natürlichen Verlauf der Schmerzen in Verbindung mit den Kosten analysieren. Aufgrund einer grossen Querschnittsstudie konnte die Forschungsgruppe des Projektes die Anzahl der Rückenpatienten in der Schweiz bestimmen. Allerdings wurden diese Patienten bisher nicht über eine gewisse Zeit beobachtet, um die Kosten für den natürlichen Verlauf zu ermitteln.

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Effekt der Langzeit-Neutralisierung der diätinduzierten Säurebelastung auf die Knochendichte, Muskelmasse und Knochenarchitektur beim Menschen
Eine an tierischen Eiweissen und Weizenmehl reiche Diät erhöht die Säurebelastung im Körper. Es gibt Hinweise, wonach diese Säurebelastung den Kalziumverlust aus dem Knochen, den Knochenabbau und den Verlust an Muskelmasse steigert. Eine hohe Säurebelastung wirkt sich zudem auf den Hormonhaushalt und den Stoffwechsel mit potentiell schädlichen Effekten auf Knochen und Muskel aus.

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Modul: Genetische Ursachen der Krankheiten und der Gesundheit des Bewegungsapparats

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Molekulargenetische Untersuchungen bei Patienten mit Ryanodin-Rezeptor-Gen assoziierten Muskelerkrankungen
Einige Veränderungen (Mutationen) auf dem Ryanodin-Rezeptor Gen (RYR1) sind bereits mit Muskelerkrankungen wie der Malignen Hyperthermie (MH) oder und Central Core Disease (CCD) in Verbindung gebracht worden. Die MH ist eine Erkrankung, die durch den Kontakt mit bestimmten Narkosemitteln entsteht: Bei empfindlichen Personen können sie zu einer starken Steigerung des Stoffwechsels führen. Da MH dominant vererbt wird, muss jedes Kind einer MH-positiven Person zu 50 % damit rechnen, die Mutation zu erben und ebenfalls MH-positiv zu sein. Bei MH-positiven Personen, die unter Narkose stehen, entwickelt sich zusammen mit Fieber und einer Muskelstarre eine rasche Zunahme der CO2-Produktion: Muskelbestandteile gelangen in die Blutbahn und färben den Urin dunkel. Wird diese Situation nicht rasch erkannt und behandelt, so kann eine MH-Episode tödlich verlaufen. Weil MH-positive Personen mit sicheren, alternativen Narkoseverfahren anästhesiert werden können, ist es wichtig die Diagnose einer MH vor einer Narkose (präsymptomatisch) zu stellen. Der am häufigsten verwendete diagnostische Test für eine MH-Diagnose ist der Muskelkontrakturtest. Hierzu wird eine frische, vitale Muskelprobe benötigt, die mit einer offenen Muskelbiopsie aus der Oberschenkelmuskulatur entnommen wird. Unter steigenden Konzentrationen von Halothan oder Koffein wird die Muskelkraft der Muskelprobe in einem Testbad gemessen. Aufgrund der erhaltenen Werte lässt sich die Veranlagung zur MH bestätigen oder ausschliessen. Dieser Test ist jedoch invasiv, teuer und zeitaufwändig. Ausserdem kann er bei kleinen Kindern, behinderten Personen oder älteren Menschen nicht durchgeführt werden. Die CCD ist eine ebenfalls dominant vererbte Erkrankung der Muskulatur, welche durch eine Muskelschwäche charakterisiert und mit der MH nahe verbunden ist. So sind die meisten CCD-Patienten auch empfindlich für die MH. Bei 40% der Schweizerischen MH-Familien haben wir Mutationen im Gen des Ryanodinrezeptors gefunden. Dieses Resultat ermöglicht eine genetische MH-Diagnostik bei 40% der Familien; allerdings bleibt bei 60% die genetische Ursache der MH weiterhin unklar.

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Osteoporose und die Genetik des chronischen Verlustes von Kalzium durch den Urin
Die Osteoporose erhöht das Frakturrisiko erheblich, verursacht viel Leiden und belastet das Gesundheitswesen enorm. Osteoporose wird sowohl mit Umwelt- als auch mit hormonellen Faktoren in Verbindung gebracht und eine genetische Komponente gilt als erwiesen. Ein chronischer Kalziumverlust über den Urin (die sog. Hyperkalziurie) lässt sich bei bis zu 38% der Osteoporose-Patienten nachweisen, führt häufig zur Bildung von Nierensteinen und weist eine starke hereditäre Komponente auf. Zudem weisen 50% der Patienten mit Nierensteinrezidiven eine Hyperkalziurie und eine Verminderung ihrer Knochenmasse auf. Es wird zwischen drei Arten von Hyperkalziurie unterschieden: • Absorptive Hyperkalziurie, gekennzeichnet durch eine zu starke Kalziumaufnahme durch die Darmschleimhaut, was zu einer vermehrten Kalziumausscheidung über den Urin führt, • Kalziumresorption aus dem Knochen oder • Kalziumverlust durch die Nieren. Wir gehen von der Hypothese aus, dass eine substantielle Anzahl von Patienten mit Gesteinsrezidiven eine genetische Anomalie aufweisen, die zu Hyperkalziurie und Osteoporose führt.

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Genomik, Neurophysiologie und psychologische Aspekte der Fibromyalgie
Die Fibromyalgie ist ein chronisches Syndrom des Bewegungsapparates, gekennzeichnet durch generalisierte Schmerzen, das Vorliegen von Druckpunkten, Steifheit, Müdigkeit und Schlafstörungen. Die Patienten leiden häufig an den Folgen wie Mobilitätseinschränkung und psychischen Auswirkungen, was sich negativ auf ihre Lebensqualität auswirkt. Trotz der in der Forschung erzielten Fortschritte sind die Ursachen von FM noch wenig geklärt. Die FM kann keinen pathologischen Röntgen- und/oder Laborbefunden zugeordnet werden und die Patienten weisen in der Regel keine sichtbaren Symptome auf. Zweck dieser Studie ist es, die Kenntnisse über die der FM zu Grunde liegenden Mechanismen zu vertiefen. Daten über die Physiologie der Nervenfunktionen zeigen, dass die grössere Schmerzempfindlichkeit von FM-Patienten mit einer Übertragungsstörung innerhalb des Zentralnervensystems zusammenhängen könnte, was tatsächlich bei 50% der FM-Patienten der Fall ist. Im Gehirn gibt es endogene Stoffe, die dem Schmerz entgegenwirken. Man weiss heute, dass diese Mechanismen bei gewissen Personen aus konstitutionellen oder erworbenen Gründen schlecht funktionieren. Dies könnte mit einem Enzymmangel zusammenhängen, der eine grössere Schmerzempfindlichkeit zur Folge hätte. Mit FM in Verbindung gebracht wurden ferner zahlreiche psychosoziale Faktoren, u.a. insbesondere psychologische Komorbiditäten und Verhaltensaspekte, die mit dazu beitragen, dass diese Patienten ärztliche Hilfe suchen. Diese Faktoren beeinflussen die Intensität der Schmerzen und das Ausmass der psychischen Not.

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Pilotstudie zur familiären Häufigkeit des femoro-azetabulären Impingement
Die Arthrose des Hüftgelenks ist eine der Hauptursachen von Schmerz und Invalidität in unserer Gesellschaft. Beim sogenannten «femoro-azetabulären Impingement» (FAI) führt ein verminderter Abstand zwischen der Vorderkante des Oberschenkelkopfes und des Schenkelhalses zu einem Anschlagen («Impingement») an die Gelenkpfanne. Insbesondere bei Männern kommt es zum Impingement vom «cam-Typ» (verdickter Schenkelhals und «unrunder» Oberschenkelkopf). Aus dem Anschlagen resultiert ein Knorpelschaden, welcher im weiteren Verlauf die Entstehung einer primären Arthrose begünstigen kann. Ursachen für ein femoro-azetabuläres Impingement können z.B. Knochenbrüche im Bereich des Schenkelhalses, Operationen, Veränderungen der Gelenkpfanne sein. Bei vielen Patienten mit femoro-azetabulärem Impingement liegen jedoch keine der bekannten Risikofaktoren vor. Es wird vermutet, dass die verantwortlichen Veränderungen des Oberschenkelkopfes während der Organanlage im Mutterleib entstehen.

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Modul: Interventionsstudien bei gefährdeten Personen

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Vitamin D-Supplementierung sowie Frührehabilitationsprogramme im Akutspital zur Prävention von erneuten Stürzen und Verletzungen bei Patienten mit Hüftfrakturen
Hüftfrakturen bilden ein zunehmendes gesundheitspolitisches Problem in der älteren Bevölkerung. Ihre Häufigkeit steigt im Alter stark an. Die klinische Forschung schenkt diesem Problem derzeit viel zu wenig Aufmerksamkeit.

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Ätiologie der primären Arthrose des Hüftgelenks
Die Arthrose des Hüftgelenks ist eine der Hauptursachen von Schmerz und Invalidität in unserer Gesellschaft. Therapeutische Interventionen und Sozialkosten bedeuten eine hohe Belastung für unser Gesundheitssystem. Kürzlich konnte ein bisher noch nicht bekannter Mechanismus der primären Arthrose des Hüftgelenks identifiziert werden. Beim sogenannten «femoro-azetabuläre Impingement» (FAI) führen morphologische Veränderungen am proximalen Femur – ein vermindertes anteriores Offset zwischen Femurkopf und Schenkelhals – zu einem Anschlagen (Impingement) an die Gelenkspfanne. Daraus resultiert ein Knorpelschaden. Beugung und Innenrotation führen bei Personen mit Veranlagung und vor allem solchen, die regelmässig belastende Sportarten treiben, früh zu chronischen Gelenksschäden. Bis heute existiert kein ausreichend untersuchter klinischer Test, welcher als Screening eines verminderten anterioren Offsets verwendet werden könnte. Desweiteren gibt es keine zuverlässigen Angaben zur Häufigkeit des verminderten anterioren Offsets. Zudem ist die prognostische Relevanz des verminderten anterioren Offsets für die Entwickung von Schmerzen und Arthrose des Hüftgelenks nicht geklärt.

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Neue Methode zur Bewertung der Therapie von Schultererkrankungen
Ärzte verfügen heute über verschiedene Instrumente zur Prüfung der Wirksamkeit von Therapien, die für Schultererkrankungen vorgeschlagen werden. Zu diesen gehören im wesentlichen Fragebogen, die der Patient selbst ausfüllt, mit verschiedenen Rubriken wie beispielsweise Schmerz, Schultermobilität oder Auswirkungen der Erkrankung auf die Alltagsaktivitäten. Diese subjektiven Daten sind natürlich sehr wichtig, aber es fehlt dabei ein objektives Element zur Beurteilung der Wirksamkeit der Behandlung. Der Arzt kann seinerseits zwar die Gelenkmobilität und die Muskelkraft beurteilen, aber diese Elemente in keinen direkten Bezug zu den Einschränkungen setzen, die der Patient im Alltag erleidet. Den Ärzten fehlt somit eine einfache, praktische und sichere Methode zur genauen Beurteilung der Wirksamkeit der Behandlung, die sie angewendet haben.

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Chronisch exzentrisches Krafttraining bei Betagten
Epidemiologische Daten belegen, dass die gesundheitlichen Folgen eines Sturzes in der Alterskategorie der über 80-Jährigen aufgrund der damit verbundenen Frakturen und deren Komplikationen die häufigste Todesursache darstellen. Stürze, in deren Folge Betroffene häufig pflegebedürftig werden, haben zudem eine enorme gesundheitsökonomische Bedeutung.

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Muskelschmerzen als Nebenwirkung einer cholesterinsenkenden Therapie mit Statinen
Herz-Kreislauferkrankungen zählen zu den Haupttodesursachen in der westlichen Welt und ein erhöhter Cholesterinspiegel ist ein wesentlicher Risikofaktor. Bei bis zu 5 % der Patientinnen und Patienten mit einer cholesterinsenkenden Therapie treten als Nebenwirkung Muskelschmerzen auf. Die schwerste Form der Muskelschädigung, die Rhabdomyolyse, stellt eine lebensbedrohliche Komplikation dar. Schmerzen und Muskelschwäche sind klinische Zeichen einer möglicherweise bereits schweren Schädigung der Muskelzellmembran. Die Zellmembran der Skelettmuskelzelle besitzt eine komplizierte Lipid-Proteinstruktur. Wenn die Cholesterinproduktion eingeschränkt ist, kann die Membran für strukturelle Schäden anfällig werden. Das bedeutet, dass die Hemmung eines Enzyms, welches für die Cholesterinproduktion verantwortlich ist (HMG CoA Reduktase), eine Muskelschädigung hervorrufen kann.

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Interdisziplinäre Interventions-Strategie für chronische muskuloskelettale Probleme
Arbeitsassoziierte muskuloskelettale Erkrankungen (MSD), wie Rückenschmerzen stellen ein anhaltendes und teures Gesundheitsproblem in allen industrialisierten Ländern dar. Gemäss einer europäischen Umfrage unter Arbeitnehmern sind die häufigsten arbeitsbezogenen Gesundheitsprobleme Rückenschmerzen (30%), Stress (28%) und Schmerzen in Armen oder Beinen (25%). In der Schweiz wurden die Kosten von arbeitsbezogenen MSD auf CHF 2 bis 4 Mia. pro Jahr geschätzt. Eine relativ kleine Gruppe von Patientinnen und Patienten verursacht hohe Kosten und weist lange Arbeitsabwesenheit, sowie ein hohes Risiko der Invalidisierung auf. Obwohl grosse Fortschritte im Verständnis der Ursachen, sowie des Chronifizierungsprozesses der Krankheit gemacht wurden, ist das Management und die Rückgewinnung der Arbeitsfähigkeit von Arbeitnehmenden mit chronischen MSD unbefriedigend geblieben. Neuere Reviews empfehlen eine Interventionsstrategie basierend auf dem bio-psycho-sozialen Model. Work-hardening und Arbeitsrehabilitationsprogramme versuchen einen Ausgleich zwischen physischen und mentalen Anforderungen der Arbeit auf der einen Seite und den Fähigkeiten des Individuums auf der anderen Seite zu erzielen. In einem Pilotprojekt haben wir die notwendigen Instrumente und Protokolle für eine interdisziplinäre Interventionsstrategie, welche die beiden Ansätze berücksichtigt entwickelt und ausgetestet. Klinische und arbeitsmedizinische Kompetenzen (Rheumatologie, Arbeitsmedizin, Arbeitspsychologie, Ergonomie) kommen dabei zum Einsatz.

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Auswirkung von Knochenbrüchen bei Kindern auf das Knochenwachstum
Knochenbrüche bei Kindern stellen ein nicht zu vernachlässigendes öffentliches Gesundheitsproblem dar, denn 25 % der Kinder, die in die pädiatrischen Notfall-stationen kommen, sind davon betroffen. Man schätzt, dass 50% aller Jugendlichen bis zum Ende der Pubertät einen Knochenbruch erleiden, 15 - 20 % davon sogar mehr als einen. Bei Kindern ist die Gipsimmobilisation noch immer die Behandlung der Wahl bei Frakturen an den Extremitäten. Deren Dauer hängt vom Ausmass der Knochenkonsolidierung ab. Die Immobilisation ist zwar von Vorteil für die Heilung der Fraktur, aber sie hat einen Verlust an mineralischer Knochenmasse zur Folge. Die Bildung dieser mineralischen Knochenmasse erfolgt hauptsächlich während des Jugendalters und erreicht ihren Höhepunkt am Ende der Pubertät. Die Frakturen, die während dieser kritischen Entwicklungszeit auftreten, können somit einen Verlust an Knochenmasse und eine verminderte mechanische Widerstands-kraft des Knochens zur Folge haben, was für die Zukunft dieser Kinder von kapitaler Bedeutung ist, denn eine10 - 15 %ige Abnahme der mineralischen Knochenmasse am Ende des Wachstums hat bei diesen Jugendlichen ein um 25 - 50 % höheres osteoporosebedingtes Frakturrisiko zur Folge.

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Langzeitkosten bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen: 3-Jahres- Nachkontrollen einer randomisierten kontrollierten Studie
Jährlich werden in der Schweiz 5.5 Milliarden Franken an Rentenleistungen im Bereich der Invalidenversicherung ausbezahlt. Muskuloskelettale und psychiatrische Erkrankungen stellen dabei die beiden grössten Krankheitsgruppen dar. Bei den muskuloskelettalen Krankheiten führen Behinderungen wegen chronischen Rückenschmerzen am häufigsten zu einer Berentung. Wir haben eine randomisierte kontrollierte Studie bei 174 stationären Patienten mit chronischen unspezifischen Rückenschmerzen durchgeführt, wobei wir zwei Therapieprogramme miteinander verglichen haben. Dabei konnte im funktionsorientierten Trainigsprogramm FCT eine signifikante Erhöhung der Arbeitstage nach einem Jahr (115 Arbeitstage) verglichen mit einer schmerzorientierten Behandlung PTC (76 Arbeitstage) gefunden werden. Nach einem Jahr bezogen in der FCT-Gruppe 32 von 87 Patienten IV- Leistungen gegenüber 38 von 87 Patienten in der PTC-Gruppe. In der Kostenanalyse nach einem Jahr waren signifikante Unterschiede bei den indirekten Krankheitskosten zu Gunsten des FCT zu finden, die direkten Krankheitskosten unterschieden sich in den beiden Gruppen aber nicht.

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Modul: Mechanismen chronischer Schmerzen

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Projekte:

Frühzeitige Diagnose des Schleudertraumas mit hochauflösender Magnetresonanztomographie
Symptomatisches Schleudertrauma, verursacht durch Auffahrkollisionen bei Verkehrsunfällen, mit dem Hauptsymptom Nackenschmerzen, kann einen chronischen Verlauf (mehr als 6 Monate) mit starker Einschränkung der Lebensqualität verursachen. In der Schweiz leiden ca. 10 000 Patienten nach Verkehrsunfällen an Nackenschmerzen. Pro Jahr wird bei 1000 Personen ein chronisches Schleudertrauma diagnostiziert. Die durchschnittlichen Kosten betragen pro Patient über CHF 0.5 Mio. jährlich.

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Der Verlauf von muskuloskelettalen Schmerzen aus der Patientensicht
Der Verlauf von Beschwerden des Bewegungsapparates ist nur teilweise von medizinisch feststellbaren Werten und Diagnosen abhängig. Zwar wird der Einfluss von psychosozialen Faktoren wie Lebensstil, sozialer Status und Geschlecht in der Fachliteratur anerkannt, über die Art und Stärke des Einflusses weiss man jedoch noch zu wenig. Die vorliegende Studie untersucht die Effekte von solchen Faktoren und vergleicht dabei Patientinnen und Patienten mit rascher Genesung mit solchen, bei denen die Beschwerden bestehen blieben. Insgesamt werden mit 48 Personen, die aufgrund ihrer Schmerzen im Alltag eingeschränkt sind, Interviews durchgeführt. Die Hälfte dieser Patientinnen und Patienten haben eine unkomplizierte Genesung erlebt. Bei der anderen Hälfte bestehen die Schmerzen weiter. Die Gruppen werden aus gleich vielen Frauen wie Männern bestehen. Wir werden Personen aus unterschiedlichen Altersgruppen und sozialen Schichten befragen. In den Interviews werden wir die Betroffenen fragen, was bei der Genesung geholfen hat bzw. geholfen hätte und welche Faktoren eine Heilung behindert haben. Die Interviews werden wissenschaftlich ausgewertet. Aufgrund dieser Analysen sollen Risikosituationen, sowie günstige Konstellationen für den Verlauf von Beschwerden des Bewegungsapparats identifiziert und für die weitere Forschung und Praxis relevant beschrieben werden.

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Psychosoziale Ressourcen und Risikofaktoren bei Rückenschmerzen: Entwicklung eines Screeningverfahrens für die ärztliche Praxis
In diesem Projekt wird ein Fragebogen entwickelt, der die Ärzte künftig dabei unterstützen soll, die psychosozialen Ressourcen von Patienten mit Rückenschmerzen zu erfassen. Mit diesem Screening-Instrument soll die Behandlung verbessert und einer Chronifizierung der Rückenschmerzen entgegengewirkt werden.

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Modul: Therapien für chronische Schmerzen

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Projekte:

Ermittlung des Muskelfettes bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen mittels einer neuen MRI-Methode
Die Ursachen von chronischen Rückenschmerzen sind vielschichtig. Somit besteht ein dringender Bedarf, unsere Kenntnisse auf diesem Gebiet zu erweitern, insbesondere, wenn es möglicherweise einen prognostischen Faktor für den künftigen Erfolg einer intensiven Physiotherapie bei diesen Patienten gibt. Die neue bildgebende Technik, die sich Spectro-MRI nennt und eine Molekularanalyse des Gewebes ermöglicht, ist in diesem Bereich bis jetzt nie angewendet worden.

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Selbstbehandlung von chronischen Rückenschmerzen mit dem Internet (ONESELF)
Patienteninformation spielt eine bedeutende Rolle bei Selbstbehandlung und Therapie chronischer Erkrankungen wie Schmerzen des unteren Rückens («chronic low back pain», cLBP). Die subjektive Wahrnehmung und die Wege zum Bekämpfen der Schmerzen hängen massgeblich davon ab, welche Information Ärzte, soziales Umfeld und Medien bereitstellen. So viele Ratgeber es zum Umgang mit den Schmerzen auch geben mag – aus Patientensicht existiert nach wie vor eine Informationslücke zwischen generellem Wissen um Schmerzbekämpfung auf der einen Seite und konkreten Fertigkeiten und Verhaltensweisen zur Bekämpfung von cLBP auf der anderen. Meist entspricht die Information nicht den konkreten Bedürfnissen des Patienten.

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Beurteilung der rumpfstabilisierenden Muskulatur bei Rückenschmerzpatienten mittels Ultraschall
Bis zu 80% der Bevölkerung leiden wenigstens 1x während ihres Lebens an Rückenschmerzen. Bei 90% dieser Rückenschmerz-Patienten sind die Probleme bereits nach wenigen Wochen verschwunden, unabhängig davon, ob eine Therapie erfolgt oder nicht. Dennoch sind Rückfälle häufig und das Problem führt bei einigen Rückenschmerz-Patienten (ca. 10%) zu langanhaltenden oder «chronischen» Schmerzen. Derzeit gibt es viele unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten für chronisch unspezifische Rückenschmerzen. Nicht alle dieser Behandlungen sind für alle Betroffenen gleich erfolgreich, so dass eine Priorität dieses herausfordernden Forschungs-Gebietes darin liegt, «die richtige Behandlung für den richtigen Patienten» zu finden. Die genaue Ursache des Schmerzes ist individuell häufig schwer eruierbar, so dass die Forschung nun darauf fokussieren muss, jene Patienten zu identifizieren, welche aufgrund ihrer medizinischen Geschichte, ihrer funktionellen Fähigkeiten und ihres psychologischen Zustandes am besten auf eine bestimmte Art von Behandlung ansprechen. Im Zusammenhang mit Rückenschmerzen wird oft eine Dysfunktion der tiefliegenden Rumpfmuskulatur beschrieben. Es ist anzunehmen, dass dies zu einer segmentalen Instabilität führt und so weitere, zukünftige Schmerzepisoden gefördert werden. Aus diesem Grund haben sich Übungen zur Stabilisierung der Wirbelsäule, welche die Verbesserung der Funktion der rumpfstabilisierenden Muskulatur zum Ziel haben, als beliebtes physiotherapeutisches Konzept etabliert.

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Zur Evaluation einer Schmerzbehandlung in Gruppen für türkische Männer und Frauen mit chronischen Schmerzen
Menschen mit schlechten Deutsch-Kenntnissen, die in körperlich belastenden Tätigkeiten arbeiten und wenig Geld verdienen, entwickeln häufiger als im Schweizer Durchschnitt eine chronische Schmerzkrankheit. Typische Schmerz-Behandlungskonzepte sind auf eine mittel-europäische Bevölkerung ausgerichtet, die lesen und schreiben kann und in der Lage ist, Aussagen über ihre Gedanken und Emotionen zu machen. Mindestens ein Drittel der türkischen Frauen, die wegen chronischer Schmerzen zur Behandlung kommen, sind Analphabetinnen; es fällt ihnen – mehr noch als den türkischen Männern – schwer, irgendetwas über sich selbst zu sagen. Genau solche Selbstaussagen aber sind die Basis von typischen zur Zeit eingesetzten Behandlungsprogrammen.

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Analyse der Wirbelsäulenbewegung bei der Behandlung von Rückenschmerzen
Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person im Laufe ihres Lebens lumbale Rückenschmerzen bekommt, beträgt gemäss Schätzungen 50 bis 85%. Es gibt Hinweise, dass Rückenschmerzen biomechanische Ursachen haben, d. h. es besteht ein Zusammenhang zwischen Rückenschmerzen und abnormaler Wirbelsäulenhaltung bzw. -bewegung. Allerdings ist die Verbindung zwischen individueller Patientenanatomie, Wirbelsäulenbewegungsmustern und resultierenden Rückenschmerzen nicht eindeutig bestimmt. Derzeitige Analysen der Bewegung sind auf konventionelle Röntgenbilder beschränkt, die von einzelnen, statischen Körperpositionen angefertigt wurden, berücksichtigen aber den Bewegungsablauf nicht. Effektive Methoden zur Identifizierung von Risiko-Patienten müssen daher weiter entwickelt werden, ebenso wie Methoden, um angemessene Behandlungsstrategien zu bestimmen.

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Schmerzbehandlung bei Arthrose: Netzwerk-Meta-Analyse
Zur Behandlung von Arthroseschmerzen wird eine Vielzahl von Medikamenten eingesetzt. Als Mittel der ersten Wahl gilt Parazetamol (z.B. Panadol®), doch bis vor kurzem belegten nur wenige Studien dessen Wirksamkeit. Kürzlich erschienene Studien lassen vermuten dass Entzündungshemmer wie Diclofenac (z.B. Voltaren®) oder Naproxen (z.B. Apranax®) besser wirksam sind zur Behandlung der Arthroseschmerzen, wahrscheinlich aber zum Preis vermehrter Nebenwirkungen. Schliesslich werden zunehmend die neuartigen COX-2-Hemmer, z.B. Vioxx® oder Celebrex®, eingesetzt, aber es ist unklar, ob sie wirklich sicherer sind als die althergebrachten Präparate.

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Meta-Base: Entwicklung einer Datenmanagement-Software für systematische Übersichtsarbeiten und Meta-Analysen
Sorgfältig durchgeführte systematische Übersichstarbeiten und Meta-Analysen sind der Goldstandard zur Evaluation von Behandlungseffekten. Dementsprechend müssen sie auf dieselbe systematische Art und Weise durchgeführt werden wie klinische Studie. Die Durchführung einer solchen systematischen Übersichtsarbeit bzw. Meta-Analyse ist komplex, da üblicherweise eine Vielzahl Personen bei der Durchführung involviert sind und grosse Datenmenge verarbeitet werden müssen. Datenbanksysteme können helfen, diesen Prozess zu steuern und Fehler zu reduzieren.

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