Gesundheit des Bewegungsapparats in der Schweizer Bevölkerung

Prof. Dr. André Busato, MEM Research Center for Orthopedic Surgery, Institute for Evaluative Research in Orthopedic Surgery, University of Bern
Schweizer Atlas der Erkrankungen des Bewegungsapparates
Die Häufigkeit von orthopädischen Operationen kann zwischen verschiedenen geographischen Regionen sehr stark schwanken. Selbst wenn Regionen aneinandergrenzen, kann die eine Region eine hohe und die andere Region eine niedrige Operationsrate aufweisen. Der Unterschied bleibt selbst dann bestehen, wenn man Ungleichheiten in der Alters- und Geschlechtsstruktur der Bevölkerung zwischen den Regionen berücksichtigt. Gründe für diese Schwankungen sind zum einen Unsicherheiten bei der Diagnosestellung, zum anderen unterschiedliche Meinungen der Ärzte hinsichtlich der bestmöglichen Behandlung. Dies hat weit reichende Folgen für die Planung der Mittel, die dem Gesundheitswesen zur Verfügung gestellt werden sollen. Die zusätzliche Bereitstellung von Mitteln in Regionen mit hohem Verbrauch kann zu einer weiteren Erhöhung der Zahl der Operationen (Kosten) führen im Sinne einer sich selbst antreibenden Spirale. Ärzte, Forscher, Spitäler und Gesundheitsplaner sind daher auf verlässliche Daten angewiesen, damit sie das Problem der kleinräumigen Schwankungen in die Planung einbeziehen können.
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Prof. Dr. Alan Tyndall, Rheumatologische Universitätsklinik und Poliklinik, Felix Platter-Spital, Burgfelderstrasse 101, 4012 Basel
Knochenqualitätsmessung bei Kindern und jungen Erwachsenen in der Schweiz (SNYBS), Pilotprojekt
Osteoporose wurde als eines der Hauptprobleme im Gesundheitswesen identifiziert und wird in den kommenden Jahrzehnten durch die steigende Lebenserwartung noch zunehmen. Die häufigste Komplikation bei der Osteoporose ist die Knochenfraktur, besonders des Schenkelhalses und der Wirbelsäule. Sie verursacht Schmerzen, Behinderung und den Tod. Knochenmasse wird in der Kindheit bis über die Pubertät hinaus gebildet, erreicht ein Plateau im frühen Erwachsenenalter und nimmt danach ab. Menschen, die in ihrer Kindheit oder Jugend ihre maximale Knochenmasse nicht erreicht haben, neigen eher zu Osteoporose und Knochenbrüchen. Viele Forscher und Mediziner sind deshalb überzeugt, dass Osteoporose eine Jugenderkrankung ist, die sich im Alter manifestiert. Es ist hinreichend bekannt, dass körperliches Training und ausgewogene Ernährung wichtig sind zur Bildung von Knochenmasse im Kindes- und Jugendalter und dass dadurch die Entwicklung von Osteoporose im Alter verhindert werden kann. Unklar ist jedoch, mit welcher Methode die Wirkung eines veränderten Lebensstils auf die Bildung der maximalen Knochen–Masse und –Qualität um das zwanzigste Lebensjahr am besten gemessen werden kann. Die bei Erwachsenen üblicherweise angewandte Technik zur Messung der Knochenstärke (DXA) ist für Kinder und Jugendliche in der Pubertät nicht geeignet.
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