Interventionsstudien bei gefährdeten Personen

Dr. med. Stefan Bachmann, Rehabilitationszentrum Klinik Valens
Langzeitkosten bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen: 3-Jahres- Nachkontrollen einer randomisierten kontrollierten Studie |
Jährlich werden in der Schweiz 5.5 Milliarden Franken an Rentenleistungen im Bereich der Invalidenversicherung ausbezahlt. Muskuloskelettale und psychiatrische Erkrankungen stellen dabei die beiden grössten Krankheitsgruppen dar. Bei den muskuloskelettalen Krankheiten führen Behinderungen wegen chronischen Rückenschmerzen am häufigsten zu einer Berentung. Wir haben eine randomisierte kontrollierte Studie bei 174 stationären Patienten mit chronischen unspezifischen Rückenschmerzen durchgeführt, wobei wir zwei Therapieprogramme miteinander verglichen haben. Dabei konnte im funktionsorientierten Trainigsprogramm FCT eine signifikante Erhöhung der Arbeitstage nach einem Jahr (115 Arbeitstage) verglichen mit einer schmerzorientierten Behandlung PTC (76 Arbeitstage) gefunden werden. Nach einem Jahr bezogen in der FCT-Gruppe 32 von 87 Patienten IV- Leistungen gegenüber 38 von 87 Patienten in der PTC-Gruppe. In der Kostenanalyse nach einem Jahr waren signifikante Unterschiede bei den indirekten Krankheitskosten zu Gunsten des FCT zu finden, die direkten Krankheitskosten unterschieden sich in den beiden Gruppen aber nicht. Results... |
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Dr. Dimitri Ceroni, Hôpital des Enfants, Clinique d'Orthopédie et de Traumatologie, Genève
Auswirkung von Knochenbrüchen bei Kindern auf das Knochenwachstum |
Knochenbrüche bei Kindern stellen ein nicht zu vernachlässigendes öffentliches Gesundheitsproblem dar, denn 25 % der Kinder, die in die pädiatrischen Notfall-stationen kommen, sind davon betroffen. Man schätzt, dass 50% aller Jugendlichen bis zum Ende der Pubertät einen Knochenbruch erleiden, 15 - 20 % davon sogar mehr als einen. Bei Kindern ist die Gipsimmobilisation noch immer die Behandlung der Wahl bei Frakturen an den Extremitäten. Deren Dauer hängt vom Ausmass der Knochenkonsolidierung ab. Die Immobilisation ist zwar von Vorteil für die Heilung der Fraktur, aber sie hat einen Verlust an mineralischer Knochenmasse zur Folge. Die Bildung dieser mineralischen Knochenmasse erfolgt hauptsächlich während des Jugendalters und erreicht ihren Höhepunkt am Ende der Pubertät. Die Frakturen, die während dieser kritischen Entwicklungszeit auftreten, können somit einen Verlust an Knochenmasse und eine verminderte mechanische Widerstands-kraft des Knochens zur Folge haben, was für die Zukunft dieser Kinder von kapitaler Bedeutung ist, denn eine10 - 15 %ige Abnahme der mineralischen Knochenmasse am Ende des Wachstums hat bei diesen Jugendlichen ein um 25 - 50 % höheres osteoporosebedingtes Frakturrisiko zur Folge. Results... |
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Prof. Brigitta Danuser, Institut universitaire romand de Santé au Travail
Interdisziplinäre Interventions-Strategie für chronische muskuloskelettale Probleme |
Arbeitsassoziierte muskuloskelettale Erkrankungen (MSD), wie Rückenschmerzen stellen ein anhaltendes und teures Gesundheitsproblem in allen industrialisierten Ländern dar. Gemäss einer europäischen Umfrage unter Arbeitnehmern sind die häufigsten arbeitsbezogenen Gesundheitsprobleme Rückenschmerzen (30%), Stress (28%) und Schmerzen in Armen oder Beinen (25%). In der Schweiz wurden die Kosten von arbeitsbezogenen MSD auf CHF 2 bis 4 Mia. pro Jahr geschätzt. Eine relativ kleine Gruppe von Patientinnen und Patienten verursacht hohe Kosten und weist lange Arbeitsabwesenheit, sowie ein hohes Risiko der Invalidisierung auf.
Obwohl grosse Fortschritte im Verständnis der Ursachen, sowie des Chronifizierungsprozesses der Krankheit gemacht wurden, ist das Management und die Rückgewinnung der Arbeitsfähigkeit von Arbeitnehmenden mit chronischen MSD unbefriedigend geblieben. Neuere Reviews empfehlen eine Interventionsstrategie basierend auf dem bio-psycho-sozialen Model. Work-hardening und Arbeitsrehabilitationsprogramme versuchen einen Ausgleich zwischen physischen und mentalen Anforderungen der Arbeit auf der einen Seite und den Fähigkeiten des Individuums auf der anderen Seite zu erzielen. In einem Pilotprojekt haben wir die notwendigen Instrumente und Protokolle für eine interdisziplinäre Interventionsstrategie, welche die beiden Ansätze berücksichtigt entwickelt und ausgetestet. Klinische und arbeitsmedizinische Kompetenzen (Rheumatologie, Arbeitsmedizin, Arbeitspsychologie, Ergonomie) kommen dabei zum Einsatz. Results... |
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Prof. Dr. Annette Draeger, Anatomisches Institut, Universität Bern
Muskelschmerzen als Nebenwirkung einer cholesterinsenkenden Therapie mit Statinen |
Herz-Kreislauferkrankungen zählen zu den Haupttodesursachen in der westlichen Welt und ein erhöhter Cholesterinspiegel ist ein wesentlicher Risikofaktor. Bei bis zu 5 % der Patientinnen und Patienten mit einer cholesterinsenkenden Therapie treten als Nebenwirkung Muskelschmerzen auf. Die schwerste Form der Muskelschädigung, die Rhabdomyolyse, stellt eine lebensbedrohliche Komplikation dar. Schmerzen und Muskelschwäche sind klinische Zeichen einer möglicherweise bereits schweren Schädigung der Muskelzellmembran.
Die Zellmembran der Skelettmuskelzelle besitzt eine komplizierte Lipid-Proteinstruktur. Wenn die Cholesterinproduktion eingeschränkt ist, kann die Membran für strukturelle Schäden anfällig werden. Das bedeutet, dass die Hemmung eines Enzyms, welches für die Cholesterinproduktion verantwortlich ist (HMG CoA Reduktase), eine Muskelschädigung hervorrufen kann. Results... |
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Prof. Dr. Hans Hoppeler, Anatomisches Institut, Universität Bern
Chronisch exzentrisches Krafttraining bei Betagten |
Epidemiologische Daten belegen, dass die gesundheitlichen Folgen eines Sturzes in der Alterskategorie der über 80-Jährigen aufgrund der damit verbundenen Frakturen und deren Komplikationen die häufigste Todesursache darstellen. Stürze, in deren Folge Betroffene häufig pflegebedürftig werden, haben zudem eine enorme gesundheitsökonomische Bedeutung. Results... |
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Prof. Dr. Brigitte Jolles, Service d’Orthopédie et de Traumatologie de l’Appareil Moteur, Hôpital Orthopédique de la Suisse Romande, Lausanne
Neue Methode zur Bewertung der Therapie von Schultererkrankungen |
Ärzte verfügen heute über verschiedene Instrumente zur Prüfung der Wirksamkeit von Therapien, die für Schultererkrankungen vorgeschlagen werden. Zu diesen gehören im wesentlichen Fragebogen, die der Patient selbst ausfüllt, mit verschiedenen Rubriken wie beispielsweise Schmerz, Schultermobilität oder Auswirkungen der Erkrankung auf die Alltagsaktivitäten. Diese subjektiven Daten sind natürlich sehr wichtig, aber es fehlt dabei ein objektives Element zur Beurteilung der Wirksamkeit der Behandlung. Der Arzt kann seinerseits zwar die Gelenkmobilität und die Muskelkraft beurteilen, aber diese Elemente in keinen direkten Bezug zu den Einschränkungen setzen, die der Patient im Alltag erleidet. Den Ärzten fehlt somit eine einfache, praktische und sichere Methode zur genauen Beurteilung der Wirksamkeit der Behandlung, die sie angewendet haben. Results... |
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PD Dr. Michael Leunig, Orthopädie, spez. Hüfte, Schulthess Klinik Zürich; Prof. Dr. Peter Jüni, Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern
Ätiologie der primären Arthrose des Hüftgelenks |
Die Arthrose des Hüftgelenks ist eine der Hauptursachen von Schmerz und Invalidität in unserer Gesellschaft. Therapeutische Interventionen und Sozialkosten bedeuten eine hohe Belastung für unser Gesundheitssystem. Kürzlich konnte ein bisher noch nicht bekannter Mechanismus der primären Arthrose des Hüftgelenks identifiziert werden. Beim sogenannten «femoro-azetabuläre Impingement» (FAI) führen morphologische Veränderungen am proximalen Femur – ein vermindertes anteriores Offset zwischen Femurkopf und Schenkelhals – zu einem Anschlagen (Impingement) an die Gelenkspfanne. Daraus resultiert ein Knorpelschaden. Beugung und Innenrotation führen bei Personen mit Veranlagung und vor allem solchen, die regelmässig belastende Sportarten treiben, früh zu chronischen Gelenksschäden. Bis heute existiert kein ausreichend untersuchter klinischer Test, welcher als Screening eines verminderten anterioren Offsets verwendet werden könnte. Desweiteren gibt es keine zuverlässigen Angaben zur Häufigkeit des verminderten anterioren Offsets. Zudem ist die prognostische Relevanz des verminderten anterioren Offsets für die Entwickung von Schmerzen und Arthrose des Hüftgelenks nicht geklärt. Results... |
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Prof. Dr. Robert Theiler, Stadtspital Triemli Zürich, Prof. Dr. Heike A. Bischoff-Ferrari, UniversitätsSpital Zürich
Vitamin D-Supplementierung sowie Frührehabilitationsprogramme im Akutspital zur Prävention von erneuten Stürzen und Verletzungen bei Patienten mit Hüftfrakturen |
Hüftfrakturen bilden ein zunehmendes gesundheitspolitisches Problem in der älteren Bevölkerung. Ihre Häufigkeit steigt im Alter stark an. Die klinische Forschung schenkt diesem Problem derzeit viel zu wenig Aufmerksamkeit. Results... |
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