Therapien für chronische Schmerzen

PD Dr. Stephen Ferguson, MEM Research Center for Orthopedic Surgery, Institute for Surgical Technology and Biomechanics, University of Bern
Analyse der Wirbelsäulenbewegung bei der Behandlung von Rückenschmerzen
Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person im Laufe ihres Lebens lumbale Rückenschmerzen bekommt, beträgt gemäss Schätzungen 50 bis 85%. Es gibt Hinweise, dass Rückenschmerzen biomechanische Ursachen haben, d. h. es besteht ein Zusammenhang zwischen Rückenschmerzen und abnormaler Wirbelsäulenhaltung bzw. -bewegung. Allerdings ist die Verbindung zwischen individueller Patientenanatomie, Wirbelsäulenbewegungsmustern und resultierenden Rückenschmerzen nicht eindeutig bestimmt. Derzeitige Analysen der Bewegung sind auf konventionelle Röntgenbilder beschränkt, die von einzelnen, statischen Körperpositionen angefertigt wurden, berücksichtigen aber den Bewegungsablauf nicht. Effektive Methoden zur Identifizierung von Risiko-Patienten müssen daher weiter entwickelt werden, ebenso wie Methoden, um angemessene Behandlungsstrategien zu bestimmen.
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Prof. Dr. med. Peter Jüni, Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern
Schmerzbehandlung bei Arthrose: Netzwerk-Meta-Analyse
Zur Behandlung von Arthroseschmerzen wird eine Vielzahl von Medikamenten eingesetzt. Als Mittel der ersten Wahl gilt Parazetamol (z.B. Panadol®), doch bis vor kurzem belegten nur wenige Studien dessen Wirksamkeit. Kürzlich erschienene Studien lassen vermuten dass Entzündungshemmer wie Diclofenac (z.B. Voltaren®) oder Naproxen (z.B. Apranax®) besser wirksam sind zur Behandlung der Arthroseschmerzen, wahrscheinlich aber zum Preis vermehrter Nebenwirkungen. Schliesslich werden zunehmend die neuartigen COX-2-Hemmer, z.B. Vioxx® oder Celebrex®, eingesetzt, aber es ist unklar, ob sie wirklich sicherer sind als die althergebrachten Präparate.
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Dr. med. Sven Trelle
Meta-Base: Entwicklung einer Datenmanagement-Software für systematische Übersichtsarbeiten und Meta-Analysen
Sorgfältig durchgeführte systematische Übersichstarbeiten und Meta-Analysen sind der Goldstandard zur Evaluation von Behandlungseffekten. Dementsprechend müssen sie auf dieselbe systematische Art und Weise durchgeführt werden wie klinische Studie. Die Durchführung einer solchen systematischen Übersichtsarbeit bzw. Meta-Analyse ist komplex, da üblicherweise eine Vielzahl Personen bei der Durchführung involviert sind und grosse Datenmenge verarbeitet werden müssen. Datenbanksysteme können helfen, diesen Prozess zu steuern und Fehler zu reduzieren.
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Prof. Dr. Wolf Langewitz, Abteilung Psychosomatik, Innere Medizin, Universitätsspital Basel
Zur Evaluation einer Schmerzbehandlung in Gruppen für türkische Männer und Frauen mit chronischen Schmerzen
Menschen mit schlechten Deutsch-Kenntnissen, die in körperlich belastenden Tätigkeiten arbeiten und wenig Geld verdienen, entwickeln häufiger als im Schweizer Durchschnitt eine chronische Schmerzkrankheit. Typische Schmerz-Behandlungskonzepte sind auf eine mittel-europäische Bevölkerung ausgerichtet, die lesen und schreiben kann und in der Lage ist, Aussagen über ihre Gedanken und Emotionen zu machen. Mindestens ein Drittel der türkischen Frauen, die wegen chronischer Schmerzen zur Behandlung kommen, sind Analphabetinnen; es fällt ihnen – mehr noch als den türkischen Männern – schwer, irgendetwas über sich selbst zu sagen. Genau solche Selbstaussagen aber sind die Basis von typischen zur Zeit eingesetzten Behandlungsprogrammen.
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PD Dr. Anne Mannion, Schulthess Klinik Zürich; PD Dr. Haiko Sprott, Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin, Universitätsspital Zürich
Beurteilung der rumpfstabilisierenden Muskulatur bei Rückenschmerzpatienten mittels Ultraschall
Bis zu 80% der Bevölkerung leiden wenigstens 1x während ihres Lebens an Rückenschmerzen. Bei 90% dieser Rückenschmerz-Patienten sind die Probleme bereits nach wenigen Wochen verschwunden, unabhängig davon, ob eine Therapie erfolgt oder nicht. Dennoch sind Rückfälle häufig und das Problem führt bei einigen Rückenschmerz-Patienten (ca. 10%) zu langanhaltenden oder «chronischen» Schmerzen. Derzeit gibt es viele unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten für chronisch unspezifische Rückenschmerzen. Nicht alle dieser Behandlungen sind für alle Betroffenen gleich erfolgreich, so dass eine Priorität dieses herausfordernden Forschungs-Gebietes darin liegt, «die richtige Behandlung für den richtigen Patienten» zu finden. Die genaue Ursache des Schmerzes ist individuell häufig schwer eruierbar, so dass die Forschung nun darauf fokussieren muss, jene Patienten zu identifizieren, welche aufgrund ihrer medizinischen Geschichte, ihrer funktionellen Fähigkeiten und ihres psychologischen Zustandes am besten auf eine bestimmte Art von Behandlung ansprechen. Im Zusammenhang mit Rückenschmerzen wird oft eine Dysfunktion der tiefliegenden Rumpfmuskulatur beschrieben. Es ist anzunehmen, dass dies zu einer segmentalen Instabilität führt und so weitere, zukünftige Schmerzepisoden gefördert werden. Aus diesem Grund haben sich Übungen zur Stabilisierung der Wirbelsäule, welche die Verbesserung der Funktion der rumpfstabilisierenden Muskulatur zum Ziel haben, als beliebtes physiotherapeutisches Konzept etabliert.
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Prof. Dr. Peter J. Schulz, Facoltà di Scienze della Communicazione, Università della Svizzera italiana, Lugano
Selbstbehandlung von chronischen Rückenschmerzen mit dem Internet (ONESELF)
Patienteninformation spielt eine bedeutende Rolle bei Selbstbehandlung und Therapie chronischer Erkrankungen wie Schmerzen des unteren Rückens («chronic low back pain», cLBP). Die subjektive Wahrnehmung und die Wege zum Bekämpfen der Schmerzen hängen massgeblich davon ab, welche Information Ärzte, soziales Umfeld und Medien bereitstellen. So viele Ratgeber es zum Umgang mit den Schmerzen auch geben mag – aus Patientensicht existiert nach wie vor eine Informationslücke zwischen generellem Wissen um Schmerzbekämpfung auf der einen Seite und konkreten Fertigkeiten und Verhaltensweisen zur Bekämpfung von cLBP auf der anderen. Meist entspricht die Information nicht den konkreten Bedürfnissen des Patienten.
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Prof. Dr. Nicolas Theumann, Département de Radiologie, Centre Hospitalier Universitaire Vaudois, Lausanne
Ermittlung des Muskelfettes bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen mittels einer neuen MRI-Methode
Die Ursachen von chronischen Rückenschmerzen sind vielschichtig. Somit besteht ein dringender Bedarf, unsere Kenntnisse auf diesem Gebiet zu erweitern, insbesondere, wenn es möglicherweise einen prognostischen Faktor für den künftigen Erfolg einer intensiven Physiotherapie bei diesen Patienten gibt. Die neue bildgebende Technik, die sich Spectro-MRI nennt und eine Molekularanalyse des Gewebes ermöglicht, ist in diesem Bereich bis jetzt nie angewendet worden.
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