Das NFP 53

Rund 30 Prozent aller Arztkonsultationen in der Schweiz sind auf Beschwerden im Bewegungsapparat zurückzuführen. Erkrankungen des Bewegungsapparates stellen zudem die häufigsten Ursachen dar für Frühinvalidisierungen. Zu diesen Erkrankungen gehören die Osteoporose, die Arthritis, die Arthrose, aber auch Knochenbrüche, chronische Muskel- und Rückenschmerzen oder das Schleudertrauma.
Solche medizinische Probleme nimmt das NFP 53 als Ausgangspunkt. Es stützt sich dabei auf neueste Entwicklungen in der medizinischen und biomedizinischen Forschung, die nicht nur Krankheitsursachen ergründen wollen, sondern sich zunehmend auch mit Fragen der Gesundheitsförderung und Prävention befassen. Das NFP 53 will denn auch dem Bund und den Kantonen wissenschaftliche Grundlagen bereitstellen für die Ausgestaltung von künftigen Präventions- und Interventionsprogrammen.

Folgende Fragestellungen sind wissenschaftlich zu klären:

  • Was sind die Ursachen für den extrem unterschiedlichen Gesundheitszustand des Bewegungsapparates innerhalb der Schweizer Bevölkerung und welche Massnahmen sind daraus abzuleiten, um zu verhindern, dass die Unversehrtheit des Bewegungsapparats zunehmend verloren geht?
  • Welche Mechanismen liegen chronischen Schmerzen des Bewegungsapparates zugrunde und wie lassen sich neue therapeutische Strategien entwickeln?
Die Forschung im NFP 53 muss also zahlreiche Aspekte berücksichtigen. Die Projekte des NFP 53
  • analysieren den Gesundheitszustand des Bewegungsapparates der Schweizer Bevölkerung unter Einbezug von soziologischen, psychologischen, ökonomischen, juristischen und ethischen Gesichtspunkten (Modul 1).
  • weisen äussere Faktoren nach, die Erkrankungen oder Unfälle des Bewegungsapparates verursachen, oder welche dessen Gesundheit fördern. Diese Faktoren könnten Teil der Arbeitswelt, des Lebensstils und der Umwelt sein (Modul 2).
  • decken auf, inwiefern Erbanlagen für die Gesundheit des Bewegungsapparates bzw. für Krankheiten des Bewegungsapparats verantwortlich sind (Modul 3).
  • führen Interventionsstudien durch, mit dem Ziel, die Gesundheit des Bewegungsapparates in Bevölkerungsgruppen mit erhöhtem Krankheitsrisiko zu verbessern, und untersuchen die damit zusammenhängenden ethischen, juristischen, psychologischen, soziologischen und ökonomischen Fragen (Modul 4).
  • analysieren mit interdisziplinären Ansätzen die Mechanismen für chronische Schmerzen und untersuchen, wie ein akuter Schmerz im Bewegungsapparat in chronische Schmerzen übergehen kann (Modul 5).
  • entwickeln neue Strategien der Therapie, um die Schmerzzustände im Bewegungsapparat zu behandeln (Modul 6).
Für die Durchführung des NFP 53 steht für die Dauer von fünf Jahren (2004 bis 2009) ein Betrag von 12 Millionen Franken zur Verfügung.

 
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